Was sagt die Wissenschaft - Laufsport
Einlagen beim Laufen – was sagt die Wissenschaft?
Beim Laufen wirken hohe, wiederkehrende Stoßbelastungen auf Füße, Gelenke und Sehnen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Einlagen beim Laufen vor allem die Bewegungsabläufe der unteren Extremität, die Druck- und Kraftverteilung sowie die Belastung einzelner Strukturen beeinflussen können.
Untersuchungen belegen, dass individuell angepasste Einlagen:
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Beinachsenbewegungen verändern können,
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die Belastung bestimmter Gelenke und Sehnen beeinflussen,
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und unter Ermüdung eine stabilisierende Wirkung haben können.
Eine pauschale Leistungssteigerung im Sinne von schnellerem Laufen ist wissenschaftlich nicht belegt. Der Nutzen von Einlagen liegt vielmehr in der Belastungssteuerung, der Unterstützung der individuellen Laufmechanik und – bei bestimmten Beschwerdebildern – in der Symptomlinderung.
Kurz gesagt:
Einlagen beim Laufen sind kein Leistungsversprechen, sondern ein Werkzeug zur biomechanischen Optimierung und Entlastung – individuell abgestimmt auf Fuß, Laufstil und Belastung.
Beispiel:
Zwei Läufer mit identischem Laufschuh können völlig unterschiedliche Bewegungsmuster haben. Eine individuell angepasste Einlage kann diese Unterschiede gezielt berücksichtigen.
Studienlage – Einlagen beim Laufen
1. Bonanno et al. (2017) – Systematische Übersichtsarbeit
Titel:
The effect of foot orthoses on lower limb biomechanics during walking and running: a systematic review
Journal: Gait & Posture
Untersuchung:
Systematische Analyse zahlreicher Studien zu Einlagen beim Gehen und Laufen.
Kernaussagen:
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Einlagen verändern messbar Bewegungsabläufe (Kinematik) und Belastungen (Kinetik) der unteren Extremität.
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Effekte sind konsistent nachweisbar, aber individuell unterschiedlich.
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Keine generelle Aussage zur Leistungssteigerung.
Link:
https://doi.org/10.1016/j.gaitpost.2017.03.012
2. Mündermann et al. (2003) – Gelenkbelastung & Beinachse
Titel:
Foot orthotics affect lower extremity kinematics and kinetics during running
Journal: Clinical Biomechanics
Untersuchung:
Analyse der Auswirkungen von Einlagen auf Sprunggelenk, Knie und Hüfte beim Laufen.
Kernaussagen:
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Einlagen beeinflussen Beinachsenbewegung und Gelenkbelastungen.
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Veränderungen sind messbar, aber nicht bei allen Läufern gleich.
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Bestätigung der individuellen biomechanischen Wirkung.
Link:
https://doi.org/10.1016/S0268-0033(03)00003-9
3. Nigg et al. (2006) – Komfort, Muskelaktivität, Verletzungsrisiko
Titel:
Footwear and foot orthoses: a review of biomechanical considerations
Journal: Ergonomics
Untersuchung:
Grundlegende biomechanische Zusammenhänge von Schuhen und Einlagen beim Laufen.
Kernaussagen:
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Einlagen beeinflussen Muskelaktivierung und Bewegungssteuerung.
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Komfort ist ein relevanter, aber nicht alleiniger Wirkfaktor.
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Biomechanische Anpassung ist individuell.
Link:
https://doi.org/10.1080/00140130600667463
4. Mills et al. (2010) – Plantarfasziitis (klinischer Kontext)
Titel:
Effectiveness of foot orthoses in the treatment of plantar fasciitis
Journal: British Journal of Sports Medicine
Untersuchung:
Randomisierte Studie zur Wirkung von Einlagen bei laufassoziierten Fersenbeschwerden.
Kernaussagen:
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Einlagen können Belastung reduzieren und Symptome lindern.
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Wirkung abhängig von Ausführung und Tragedauer.
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Kein „One-size-fits-all“.
Link:
https://bjsm.bmj.com/content/44/9/666
5. Wegener et al. (2008) – Ermüdung & Überlastung
Titel:
Effect of footwear and orthoses on fatigue-related changes in running biomechanics
Journal: Medicine & Science in Sports & Exercise
Untersuchung:
Einfluss von Einlagen auf Laufmechanik unter Ermüdung.
Kernaussagen:
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Ermüdung verändert die Laufbiomechanik deutlich.
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Einlagen können biomechanische Veränderungen abmildern.
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Relevanz besonders bei längeren Distanzen.